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Letzte Aktualisierung: 11.03.2010
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

Entwicklung der Weltwirtschaft

  • Weltweites Bruttoinlandsprodukt sank im Jahr 2009 spürbar (–2,3 %) und lag deutlich unter unserer Prognose (–0,3 %)
  • Rezession traf besonders Industrieländer sowie aufstrebende Schwellenländer
  • Konjunkturprogramme milderten Wirtschaftsabschwung im Jahresverlauf
  • Talsohle der Rezession im zweiten Halbjahr 2009 erreicht; Wachstumsimpulse aus Asien

Die weltwirtschaftliche Entwicklung war im Jahr 2009 geprägt von der stärksten Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In nahezu allen Regionen ging das reale Bruttoinlandsprodukt infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zurück – besonders stark in den Industrieländern (–3,6 %). Das globale Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr spürbar (–2,3 %) und lag deutlich unter unserer ursprünglichen Prognose für das Jahr 2009 (–0,3 %). Nach dem Konjunktureinbruch Ende 2008 erreichte die Weltwirtschaft im zweiten Halbjahr 2009 die Talsohle der Rezession, was vor allem auf wiederkehrende Wachstumsimpulse aus Asien zurückzuführen war.

Im Jahr 2009 war die Entwicklung der Weltwirtschaft durch den Einbruch des internationalen Handels und einen starken Rückgang der Güternachfrage gekennzeichnet. Die Rezession traf neben allen Industrieländern auch aufstrebende Schwellenländer. Besonders exportabhängige Volkswirtschaften wie Deutschland und Japan waren betroffen. Mit Hilfe konzertierter Aktionen seitens nationaler Notenbanken und Regierungen konnten die globalen Finanzmärkte teilweise stabilisiert werden. Verstärkte fiskalpolitische Maßnahmen in Form von Konjunkturprogrammen halfen, den Wirtschaftsabschwung im Verlauf des Jahres zu mildern. Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs das globale Bruttoinlandsprodukt sank (–2,3 %).

Bruttoinlandsprodukt 2009

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

Bruttoinlandsprodukt 2009 (Balkendiagramm)

Entwicklung nach Regionen

Europa befand sich im Jahr 2009 in einer tiefen Rezession, die bereits im zweiten Halbjahr 2008 begonnen hatte. Gründe für den Abschwung waren die Zurückhaltung beim Konsum und bei der Investitionstätigkeit, der Lagerabbau sowie Exporteinbußen. Im Gegensatz zum Vorjahr ging das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union stark zurück (2008: +0,8 %; 2009: –4,1 %). Erst im zweiten Halbjahr 2009 haben viele Unternehmen begonnen, ihre in der ersten Jahreshälfte abgebauten Lagerbestände aufzustocken, wodurch die bis dahin sehr niedrige Kapazitätsauslastung in der Industrie teilweise wieder stieg. Staatliche Konjunkturprogramme zeigten Wirkung; sie stützten den privaten und staatlichen Konsum.

Auch in den USA ging die Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 deutlich zurück (–2,4 %). Die sinkende Beschäftigung und ein durch fallende Immobilien- und Aktienpreise bedingter negativer Vermögenseffekt führten zu einem Einbruch des privaten Konsums. Auch die Investitionen waren stark rückläufig. Ende 2009 war die Arbeitslosenquote mit 9,7 % etwa doppelt so hoch wie im Jahr 2007.

Verglichen mit den Vorjahreswerten und dem langfristig erwarteten Trendwachstum, war das Wachstum in Asien (ohne Japan) auf Grund der schwachen Nachfrage aus den Industrieländern im Jahr 2009 niedrig. Gegenüber dem Vorjahr (+5,9 %) schwächte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in dieser Region nochmals deutlich ab (+4,0 %). Durch massive staatliche Konjunkturprogramme, die Schaffung von inländischen Konsumanreizen und den weiteren Ausbau der Infrastruktur gelang es lediglich in China, den Rückgang der Exportgüternachfrage fast vollständig auszugleichen: Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft (+8,7 %) lag nur leicht unter den Werten der Vorjahre. In der ASEAN-Region, in Südkorea und in Taiwan löste der Einbruch im Außenhandel eine Rezession in der Industrieproduktion aus, die sich teilweise bis weit in das zweite Halbjahr 2009 erstreckte.

Japan war wegen seines erheblichen Handelsvolumens mit Nordamerika und Europa besonders von der Rezession betroffen und erlebte 2009 erneut einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (–5,4 %).

In Südamerika ging das bislang starke regionale Wachstum im Jahr 2009 zurück und war leicht negativ (–1,0 %). Gründe hierfür waren neben der weltweit schwachen Nachfrage nach Rohstoffen auch die niedrigen Rohstoffpreise.
Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2010

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