BASF-Bericht 2021

Im Fokus: In Kreisläufen denken und handeln

Die Weltbevölkerung wächst, ebenso die Nachfrage nach begrenzt verfügbaren Rohstoffen. Gleichzeitig landen viele Wertstoffe auf Deponien oder in der Müllverbrennung. Neue Konzepte sind daher gefragt, um Wachstum und Ressourcenverbrauch voneinander zu entkoppeln. „Reduce, Reuse, Recycle“ lauten die zentralen Schlagworte dieses Wandels hin zu einem System nachhaltigerer Produktkreisläufe mit geringerem Ressourcenverbrauch und niedrigeren CO2-Emissionen.

Das Konzept, Rohstoffe sparsam einzusetzen, Wertstoffe wiederzuverwenden und Abfälle in den Kreislauf zurückzuführen, ist nicht neu für BASF. Bereits 1865 bildete es das Gründungsfundament unseres Unternehmens: Damals verfolgte Friedrich Engelhorn die Idee, aus dem Abfallprodukt Steinkohlenteer synthetische Farbstoffe herzustellen und die Produktion in einer vernetzten Verbundstruktur effizient zu organisieren. Dieser Tradition sind wir bis heute verpflichtet – und richten unser Handeln stärker denn je auf Zirkularität aus. Die chemische Industrie ist dabei für den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Zum einen, weil hier viele Wertschöpfungsketten ihren Anfang nehmen. Zum anderen, weil viele Produkte und Technologien aus der Chemie dabei helfen, Kreisläufe zu schließen. Beide Aspekte – Umstellung auf erneuerbare Rohstoffe und Innovationen für mehr Zirkularität – sind daher Kernelemente unseres Programms zur Kreislaufwirtschaft.

Schon heute nutzen wir beispielsweise biobasierte und nachwachsende Rohstoffe für unsere Produktion. Um den Material- und CO2-Fußabdruck unserer Produkte und Lösungen weiter zu verringern, richten wir unsere Rohstoffbasis künftig noch stärker auf erneuerbare und recycelte Rohstoffe aus. So wollen wir ab 2025 jährlich 250.000 Tonnen recycelte und abfallbasierte Rohstoffe in unserer Produktion verarbeiten. Gemeinsam mit Partnern analysieren wir hierzu Abfallströme und Rohstoffquellen, um jeweils die beste Lösung zu finden und geeignete innovative Verfahren zu entwickeln. Dies gilt zum Beispiel für das chemische Recycling von Altreifen und verschiedenen Kunststoffarten, bei dem wir zurückgewonnene Rohstoffe wie Pyrolyseöl oder Monomere an unterschiedlichen Stellen wieder in unsere Verbundstruktur einspeisen können. Ein weiteres Beispiel ist die Rückgewinnung von wertvollen Metallen aus ausgedienten Batterien und Katalysatoren.

Zudem entwickeln wir in vielen Bereichen innovative Produkte und Technologien, die die Lebensdauer von Materialien erhöhen oder ihre Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit verbessern. Ein Beispiel sind Additive für das mechanische Recycling von Kunststoffen. Mit einem BASF-weiten Förderprogramm unterstützen wir unsere Mitarbeitenden dabei, neue Geschäftsmodelle für die Kreislaufwirtschaft zu entwickeln – von der ersten Idee bis zur Markteinführung. Unser Ziel: Bis 2030 wollen wir unseren Umsatz mit Lösungen für die Kreislaufwirtschaft auf 17 Milliarden € verdoppeln – das heißt, mit Produkten, die auf alternativen Rohstoffen basieren, Materialkreisläufe schließen oder die Ressourceneffizienz und Langlebigkeit von Produkten erhöhen.

Unsere Ziele zur Kreislaufwirtschaft

250.000 Tonnen

recycelte und abfallbasierte Rohstoffe für die Produktion pro Jahr ab 2025

17 Mrd. €

Umsatz mit Lösungen für die Kreislaufwirtschaft bis zum Jahr 2030

Altreifen die auf einer Halde liegen (Foto)
Gemeinsam mit Partnern entwickelt BASF innovative Produkte und Technologien, damit Wertstoffe künftig besser wiederverwertet und in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Ein Beispiel ist das chemische Recycling.
Wertschöpfungskette
Als Wertschöpfungskette wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen bei den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.