BASF-Bericht 2022

Ausblick 2023

Die hohen Unsicherheiten, die sich im Laufe des Jahres 2022 infolge des Kriegs in der Ukraine, hoher Rohstoff- und Energiekosten in Europa, steigender Preise und Zinsen, der Inflation sowie der Entwicklung der Corona-Pandemie eingestellt haben, werden auch 2023 fortbestehen. All diese Faktoren werden die weltweite Nachfrage belasten, weshalb wir nur ein moderates Wachstum für die Weltwirtschaft im Jahr 2023 erwarten.

Prognose 2023 – Auf einen Blick

  • Umsatz zwischen 84 Milliarden € und 87 Milliarden €
  • EBIT vor Sondereinflüssen zwischen 4,8 Milliarden € und 5,4 Milliarden €
  • ROCE zwischen 7,2 % und 8,0 %
  • CO2-Emissionen zwischen 18,1 Millionen Tonnen und 19,1 Millionen Tonnen
  • Sachinvestitionen von rund 6,3 Milliarden €

Wir gehen davon aus, dass ein Großteil unserer Abnehmerindustrien moderat wachsen wird, und rechnen insbesondere für die Automobil­industrie mit einer sich fortsetzenden leichten Erholung. Für unsere Prog­nose nehmen wir an, dass der Krieg in der Ukraine andauern, jedoch nicht weiter eskalieren wird, wobei die weitere Entwicklung des Kriegs in der Ukraine und ihre Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet sind. Zudem unterstellen wir, dass keine akute Gas­mangellage mit behördlichen Kürzungen der Gasversorgung für die energieinten­siven Industrien in Europa eintritt. Wir gehen davon aus, dass die Abkehr von der Null-Covid-Strategie in China die Nachfrage­entwicklung positiv beeinflussen wird.

Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2023 voraussichtlich nur um 1,6 % wachsen (2022: 3,0 %). Für die globale Industrie­produktion erwarten wir ein Wachstum von 1,8 % (2022: 2,5 %), während die globale Chemieproduktion 2023 vermutlich um 2,0 % (2022: 2,2 %) wachsen wird. Wir rechnen mit einem durchschnitt­lichen Ölpreis von 90 US$/Barrel Brent und einem Wechselkurs von 1,05 US$/€. Wir gehen von erhöhten und sehr volatilen Gaspreisen in Europa aus.

Umsatz-, Ergebnis- und ROCE-Prognose für die BASF-Gruppe 1

Die BASF-Gruppe wird 2023 voraussichtlich einen Umsatz zwischen 84 Milliarden € und 87 Milliarden € erwirtschaften. Ein geplantes Absatzwachstum aller Segmente wird hierzu beitragen. Für Agricultural Solutions und Materials erwarten wir ein leichtes Umsatzwachstum, vor allem infolge von Preis- und Mengensteigerungen in beiden Segmenten. Für Sonstige nehmen wir einen leicht gesteigerten Umsatz an. Den Umsatz von Nutrition & Care erwarten wir auf Vorjahresniveau. Wir rechnen mit einem niedrigeren Preis­niveau, insbesondere für Basischemikalien und Edelmetalle, was zu einem leichten Umsatzrückgang in den Segmenten Chemicals und Surface Technologies führen wird. Einen leicht niedrigeren Umsatz erwarten wir ebenfalls im Segment Industrial Solutions aufgrund der Veräußerung des Kaolinmineraliengeschäfts.

Das EBIT vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe wird voraussichtlich auf einen Wert zwischen 4,8 Milliarden € und 5,4 Milliarden € zurück­gehen. Für das Segment Agricultural Solutions planen wir mit einer leichten Steigerung des EBIT vor Sondereinflüssen. In den Segmenten Nutrition & Care, Surface Technologies und Industrial Solutions erwarten wir ein leicht niedrigeres EBIT vor Sonder­einflüssen. Wir rechnen mit deutlich geringeren Beiträgen der Segmente Chemicals und Materials sowie von Sonstige. Wir gehen von einem schwachen ersten Halbjahr 2023 aus. Eine verbesserte Ergebnissituation im zweiten Halbjahr 2023 erwarten wir aus Aufhol­effekten, insbesondere in China.

Entsprechend der prognostizierten rückläufigen Ergebnisentwicklung bei leicht höherer Kapitalkostenbasis der BASF-Gruppe im Jahr 2023 rechnen wir für den ROCE mit einem Wert zwischen 7,2 % und 8,0 %. Agricultural Solutions erwartet, den ROCE leicht steigern zu können. In den Segmenten Industrial Solutions und Surface Technologies wird der ROCE voraussichtlich leicht sinken. Verglichen mit dem Vorjahr gehen wir von einem deutlichen Rückgang des ROCE in den Segmenten Chemicals, Materials und Nutri­tion & Care aus.

1 In Bezug auf den Umsatz entspricht „leicht“ einer Veränderung von 0,1–5,0 %, während „deutlich“ Veränderungen ab 5,1 % und „auf Vorjahresniveau“ keine Veränderungen (+/–0,0 %) bezeichnet. Bei Ergebnisgrößen entspricht „leicht“ einer Veränderung von 0,1–10,0 %, während „deutlich“ Veränderungen ab 10,1 % und „auf Vorjahresniveau“ keine Veränderungen (+/–0,0 %) bezeichnet. Für ROCE definieren wir eine Veränderung von 0,1 bis 1,0 Prozentpunkten als „leicht“, eine Veränderung von mehr als 1,0 Prozentpunkten als „deutlich“ und keine Veränderung (+/–0,0 Prozentpunkte) als „auf Vorjahresniveau“.

Prognose der CO2-Emissionen für die BASF-Gruppe

Die CO2-Emissionen werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich zwischen 18,1 Millionen Tonnen und 19,1 Millionen Tonnen bewegen. Wir erwarten Mehremissionen aufgrund eines moderaten Produktionswachstums und einer leicht steigenden Auslastung emissionsintensiver Anlagen. Zum Beispiel werden die Ammoniak-Anlagen in Europa gegenüber 2022 voraussichtlich wieder stärker ausgelastet, aber aufgrund anhaltend hoher Gaspreise weiterhin auf niedrigem Niveau fahren. Mit gezielten Emissionsminderungsmaßnahmen, der weiteren Erhöhung der Energieeffizienz und Prozessoptimierungen sowie insbesondere der weiteren Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien werden wir diesem Anstieg entgegensteuern.

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